Ich lebe und arbeite in den Bergen

Der Berg begleitete mich schon ein Leben lang und stellt in meiner Arbeit und meiner Freizeit meinen Lebensmittelpunkt dar. Der Berg hat mich gelehrt und geprägt und ich habe das große Glück in Südtirol leben zu dürfen.

 

Aktuelles Projekt - Becherhaus 3.195

Ich habe die Ehre an der höchsten Schutzhütte Südtirols, dem Becherhaus auf 3.195m, als Projektleiter der Firma Mader GmbH die Generalsanierung durchzuführen. Im Auftrag des Landes Südtirols, haben wir mit Ende August 2020 mit unseren Arbeiten begonnen und werden bis Herbst 2021 damit fertig werden.

Tagebuch Becherhaus 2020

Am 25. August 2020 haben wir mit den Arbeiten für die Generalsanierung am Becherhaus begonnen.
Für uns als Team beginnt jetzt eine spannende und nicht ganz einfache Aufgabe. Gemeinsam werden wir hier viel Zeit verbringen müssen, auf 3.195m. 

Woche 1

25.08.2020

Wetter: Wolkenlos, starker NW Wind, Temp. +7°C

 

Wir beginnen mit den Aushubarbeiten und dem Entfernen der Felsen. Hier ist der Zubau der neuen Stube geplant, vorher aber müssen wir alle Felsen entfernen und mit zusätzlichen Felsankern die Fundamente sichern. Die Felsen erweisen sich als sehr zäh und Arnold muss den Kompressor zum Einsatz bringen. Die Felsanker werden von der Firma Sarnertec gesetzt. Eduard ist voll am werkeln. Ziel in dieser Woche ist es, die Fundamente und die Wände für den Zuabu der neuen Stube zu betonieren.

Woche 2

Die erwartete Kaltfront hat zwar Schnee gebracht, aber viel weniger als vorhergesagt. Der Wirt Erich hat uns in der Zwischenzeit die Baustelle vom Schnee geräumt. Wir entschließen uns trotz der widrigen Bedingungen weiterzumachen. Einen kurzen Moment öffnet sich die Nebeldecke und wir können hochfliegen. Zehn Minuten später ist alles wieder zu und es beginnt zu schneien. Für den nächsten Tag ist sehr gutes Wetter angesagt. Wir beeilen uns um die Fundamente vorzubereiten, damit wir gleich Sonnenaufgang betonieren können. Minus 5 Grad spürt man im Gesicht mit dem Abwind des Hubschraubers. Es ist uns gelungen alle vorbereiteten Fundamente zu betonieren, am Zubau der Stube und an der neuen Terrasse. Die Decke wurde eingeschalt und wir planen auf Ende dieser Woche diese noch zu betonieren. Dann können wir sie über das Wochenende abtrocknen lassen. Bei windstillen Wetter und angenehmen Temperaturen betonieren wir die Decke. Ca 2m3 Beton sind dafür notwendig. Ziel von Woche 2 wurde erreicht und der Wettergott war uns gnädig.

Woche 3

Es fehlt uns noch der Pfeiler bei der Stube und die Wasserfassung für die neue Wasserversorgung 400Hm unterhalb der Hütte. Das sind die Aufgaben, welche uns diese Woche erwarten. Solch schöne Ausblicke bekommt man nicht auf jeder Baustelle. Das Wetter ist immer noch gut und die Temperaturen sind für diese Jahreszeit ungewöhnlich warm. Während Christian und Stefan den Pfeiler vorbereiten, baut Raphi Innen schon ab, damit wir sehen, wo das zukünftige Dach reinkommt. Der Sonnenaufgang hier ist unbeschreiblich, sowas muss man erleben. Unser Arbeitstag beginnt mit der Sonne. An der Rückseite der neuen Stube haben wir die Holzschindeln abmontiert. Das Mauerwerk wurde damals 1894 aus Steinen, welche vor Ort gesammelt wurden, gebaut. 1m ist diese alte Mauer dick. 400 Hm tiefer haben inzwischen Stefan und Christian die neue Wasserfassung eingeschalt und am Nachmittag wird betoniert. Während des betonierens ist uns Nebel reingezogen und wir hätten fast alles abbrechen müssen. Auflaufender Wind hat ihn dann vertrieben. Im Gespräch mit Wirt Pichler am Abend. Es ist schön ihn an unserer Seite zu haben, denn er hilft uns mit seinem Wissen wo er kann. 20 Jahre Wirt am Becherhaus ist nicht ohne.

Woche 4

Immer noch gutes Wetter angesagt. Wir gehen wieder hoch. Fundamente ausschalen und die Maurerwerkzeuge zusammen räumen, die Betonarbeiten sind abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir die neue Stube eingemessen, damit wir in Produktion gehen können. Am Wochenende haben wir dann die neue Fluchttreppe montiert, bevor der große Schnee kommt. Zusätzlich dient sie uns als Sicherheit beim Zugang zur Baustelle. Die Hütte ist bereits seit einer Woche geschlossen. Erich ist mit uns mitbekommen, um uns hier zu versorgen. Es ist alles nicht ganz einfach, denn wir haben weder Wasser, noch Toilette. In den Innenräumen haben wir mit dem Abbau begonnen, damit die Elektriker und Installateure sehen, wo sie mit den Leitungen fahren müssen. Ziel dieser Woche ist erreicht, wir genießen noch die Aussicht bei dem schönen Wetter. Für die nächsten Tage ist Schnee vorhergesagt.